Veränderungspotenziale von Führungsfrauen in Umwelt und Technik
Konferenz 
am 16. und 17. Januar 2012 an der Bergischen Universität Wuppertal


„An der Spitze wird die Luft dünn“ – heißt es, wenn über Frauenkarrieren gesprochen wird. In Führungspositionen fehlen immer noch weibliche Vorbilder und Orientierungsmöglichkeiten für nachrückende Generationen. Trotzdem setzen „Führungsfrauen“organisatorisch und inhaltlich neue Impulse. Welche Erfahrungen machen sie dabei, wie schätzen sie ihre Wirkmöglichkeiten ein
und auf welche Widerstände stoßen sie? Die Bergische Universität Wuppertal hat seit 2009 in einem Verbundprojekt mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH die „Veränderungspotenziale von Führungsfrauen in Umwelt und Technik“ untersucht. Anfang der Woche präsentierten die Projektpartnerinnen Prof. Dr. Felizitas Sagebiel von der Bergischen Universität
und Privatdozentin Dr. Uta von Winterfeld vom Wuppertal Institut die Ergebnisse ihrer Forschungen im Austausch mit Expertinnen und Experten aus ähnlichen Forschungsprojekten und unter Einbeziehung internationaler Perspektiven. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Europäischen Sozialfonds für Deutschland gefördert.


Prof. Dr. Bärbel Könekamp von der Hochschule Darmstadt stellte in ihrem einleitenden Hauptvortrag „Erfolg, Anerkennung und Geschlecht in den Natur- und Ingenieurwissenschaften“ besonders die Frauen unterstellte Vereinbarkeitsproblematik als Erfolgsbarriere heraus. Ergebnisse zur Organisationskultur, den Netzwerken und Erfolgsstrategien von Führungsfrauen aus dem Teilprojekt „Geschlechtliche Organisationskultur im Management – Frauen an der Spitze in technischen Berufen“ der Bergischen
Uni zeigen den schwierigen Weg der erfolgreichen Veränderung von Arbeitskulturen in Richtung größerer Geschlechtergerechtigkeit. „Neben professionellem Führungsverhalten, das Kommunikation zum kreativen Umgang mit Konflikten und Konkurrenz nutzt, beinhalten die Erfolgsstrategien von Frauen die Nutzung leistungsbezogener Arbeitszeitflexibilität verbunden mit hohem Einsatz, insbesondere in der Wissenschaft“, sagt Prof. Sagebiel. Zum Erfolg gehörten aber nicht nur höchste Leistungen, sondern auch vielfältige Netzwerkverbindungen und -strategien. „Führungsfrauen erleben aber trotz ihres hohen Netzwerkbewusstseins immer noch Barrieren“, so die Wuppertaler Soziologin.


Das Teilprojekt des Wuppertal Instituts „Frauen und Macht – Frauen an der Spitze in Umweltberufen“ konzentrierte sich auf das Thema Nachhaltigkeit. Dipl.-Ing., Dipl.-Soz. Ulrike Röhr (LIFE Bildung, Umwelt, Chancengleichheit e.V. Berlin) referierte als Keynote zur „Frauenmacht und Geschlechtergerechtigkeit im Klimaregime“. Anschließend diskutierten die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer über die Schwierigkeiten, den Nachhaltigkeitsgedanken durchzusetzen. Auch Frauen mit Macht gelinge es nur selten, erfolgreich Veränderungen in diese Richtung zu bewirken.

Diverse Vorträge aus dem gleichen Förderprogramm des BMBF „Frauen an die Spitze“ berichteten u.a. über Erfinder- und Erfinderinnenteams, den nationalen Pakt in MINT-Karrieren, Netzwerkarbeit und Vertrauen, Nachhaltigkeitskompetenzen unter Geschlechterperspektiven, Migrantinnenkarrieren in Wissenschaft und Wirtschaft sowie alternative Laufbahnkonzepte. Der Soziologe Alexander Stoll von der TU Berlin vertrat die erkrankte Prof. Dr. Christiane Funken und stellte in seinem Abschlussvortrag die unterschiedlichen Akzente in den Erfolgsstrategien von Frauen und Männern in der Wirtschaft heraus.

Zusätzliche Beiträge kamen durch Kommentare externer Wissenschaftlerinnen aus Amsterdam (Dr. Ida Sabelis) und Lüneburg (Dr. Christine Katz) sowie von Meike Spitzner (Genderexpertin im Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie). Als Moderatorinnen beteiligten sich darüber hinaus Mitglieder der Arbeitsgruppe „Gender interdiziplinär“ an der Bergischen Uni, Prof. Dr. Gertrud Lohaus (Botanik) und Prof. Dr. Maria Behrens (Politikwissenschaft).
www.spitzenfrauen.uni-wuppertal.de

(Pressemitteilung Bergische Universität Wuppertal 19.01.2012)

Kontakt

Prof. Dr. Felizitas Sagebiel

Bergische Universität Wuppertal
Gaußstr. 20
42119 Wuppertal
Tel. 0202 439-2165
sagebiel@uni-wuppertal.de

 

PD Dr. Uta von Winterfeld

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
Döppersberg 19
42103 Wuppertal
Tel. 0202 2492-176
uta.winterfeld@wupperinst.org